Im Rahmen der Kieler Woche veranstaltete der Ortsverein Kiel der IG Medien (ver.di Fachbereich 08) am Donnerstag, den 21. Juni 2001 auf dem Alten Markt ein öffentliches Gautschen, in dessen Verlauf historisch gewandte Meister und gehilfen der Druckkunst ehemalige Lehrlinge in ein randvolles Wasserfass tauchen, um sie dann in aller öffentlichkeit zu anerkannten vollmitgliedern Ihrer zunft zu erklären - und von allen Sünden der Ausbildung reinzuwaschen.
Sind doch Drucker und Setzer von jeher Meister des Ulks gewesen: Sie hatten auch in “grauer Vorzeit” immer Durst. Und so fanden unsere allzeit fröhlichen Zunftgenossen schnell ihr Sprüchlein:
Weil den Schrift und das Papier muß allzeit feuchte haben,
so pflegen auch mirt Wein und Bier die Gesellen sich zu laben
Die Sitte des Gautschens ist aus dem 16. Jahrhunder erstmals schriftlich aus Frankfurt am Main bekannt. Die dadurch erwiesene Ehre wurde schon damals dem Gegautschten verbrieft und allen anderen Kunstjüngern nahegelegt, dem so Freigestellten in allen Bereichen beizustehen - das ist bis heute so geblieben!
Nach altem Brauch wurden am 21. Juni Anno 2001 30 Kolleginnen und Kollegen gegautscht.